Selbst noch von 13.00 bis fast 14.30 Uhr saßen die Mädchen
und Buben von zwei 4. Klassen äußerst gespannt und mucksmäuschenstill um
die Autorin Regina Rusch.
Diese stand vor einem
schwarz abgedeckten Tisch, auf dem Friedhofslichter brannten und hielt
eines ihrer „Gruselromane“ in der Hand. Ruhig erzählte Frau Rusch den
Schülern von ihrer Heimatstadt Frankfurt/Main, ihrem Wohngebiet am
Stadtrand und von einem noch unbebauten Hügelstück, dem Galgenberg, das
erst kürzlich in den Bebauungsplan der Stadt aufgenommen worden war. Sie
erzählte von Ausgrabungen und Knochenfunden, griff dabei unter den Tisch
und holte einen in ein schwarzes Tuch gewickelten Gegenstand hervor.
„Und das ist Elisabeth, die dort am Galgen starb“, sprach sie
und wickelte einen Totenschädel aus. Alle Zuhörer hielten die Luft an. Die
Spannung löste sich erst, als sich der Totenkopf als Spardose
herausstellte.
Jetzt begann die Autorin aus dem Buch „Die Schatten vom
Galgenberg“ zu lesen und konnte sicher sein, dass Schüler wie Lehrer
gefesselt waren und aufmerksam zuhörten. Geschickt verknüpft Regina Rusch
in ihrem Buch reale mögliche Begebenheiten mit Phantasie und geisterhaften
Erscheinungen.
Am Ende der Stunde hatten die Kinder Gelegenheit viele Fragen
an Frau Rusch zu richten, ihr zu erzählen, dass sie dieses und jenes von
ihr schon gelesen haben, dass sie selber gerne Geschichten schreiben und
ließen sich ihr Buch von der Kinderbuchautorin signieren.
Leider war der Vormittag mit der Autorenlesung viel zu
schnell vorbei.
Es bleibt zu hoffen, dass die Schüler durch diese gelungene
Darbietung zum Lesen und Erfinden von Geschichten angeregt wurden. Dann
hat die Grundschule einen weiteren Schritt zur Lesefreude, zur Förderung
der Lesekompetenz , einer Schlüsselkompetenz in der Schule, getan.
Dem Förderverein der Grundschule Hochspeyer muss besonderer
Dank ausgesprochen werden, denn er hat wieder diese Autorenlesung
finanziert.